logo

Besuch der Exhibitions- und Kommunikationsdesignerin Carolin Reisensohn

das Wichtigste im Überblick

…im Foto-Club Koblenz

Da der Foto-Club in Abständen Ausstellungen präsentiert, ist die Frage interessant, wie diese für die Besucher möglichst ansprechend, informativ, bildend und in der Erinnerung langlebig gestaltet werden können. Zu Beantwortung dieser Frage konnte Walter Nussbaum die Diplom-Designerin Carolin Reisensohn für den Clubabend am 09.09.2019 gewinnen.

In ihrer Präsentation zeigte Frau Reisensohn verschiedene Beispiele eines für Besucher sinnvollen Leitsystems innerhalb einer Ausstellung. Ihr geht es nicht darum, eine Kunstausstellung mit verschiedenen Exponaten eines oder mehrerer Künstler ins Leben zu rufen, sondern darum, bereits vorhandenes Material (Fotos, Gemälde, Drucke etc.) entsprechend der jeweiligen Thematik vom Design her so aufzubereiten, dass die Besucher optimal davon profitieren. Dabei betont sie verschiedene Hierarchieebenen der Informationsvermittlung. Bei der Zusammenstellung von Bildern ist es z.B. bedeutsam, diese nach gemeinsamen (z.B. formal -, zeitlich -, haptisch ähnlichen) Merkmalen anzuordnen.

Markant war das Beispiel einer Werther-Ausstellung von J. W. von Goethe. Zunächst zeigte sie die ursprüngliche Anordnung des Museums, in dem nur Bilder ungewichtet an der Wand hängen und Buchexemplare unter einer Glasvitrine zu sehen sind (s. Foto).

Ihre Arbeit der Umgestaltung begann damit, die wesentlichsten Aussagen des Buches (Naturbegeisterung, gesellschaftliche Trennungswände des Feudalabsolutismus, Streben nach allseitiger Entfaltung der Persönlichkeit, Sehnsucht und enttäuschte Liebe, Suicid) mit wenigen aber prägnanten Exponaten darzustellen. Zu den 6 Ausstellungsstücken, die das ganze Buch abbildeten, gehörten Gemälde, eine zur Geschichte passende Sounddusche mit Buchausschnitten und Vogelgezwitscher sowie das Hören von Fussstapfen im Schnee, eine Riechstation (Geruch von Lindenblüten) und durchsichtige Vorhänge mit aufgedruckten Motiven des Lindenbaumes (s. Fotos).

Durch das Ansprechen verschiedener Sinnesebenen beim Besucher  wie das Sehen, Riechen, Fühlen (haptisch>anfassen), bleiben bei diesem ganzheitliche, zeitüberdauernde Eindrücke haften.

Hier bestimmt – wie bei allen anderen Aufträgen – das Budget des Auftraggebers die Gestaltungsmöglichkeiten der jeweiligen Ausstellung.

Bezüglich unserer anstehenden Ausstellung im November gab Frau Reisensohn nützliche Empfehlungen hinsichtlich der Anordnung der Bilder (z.B. Gemeinsamkeiten, Kontraste, etc.).

Bericht: H. Wagner

  • Share

2 Responses

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.