50 Jahre Foto-Club Koblenz
Wenn nach 50 Jahren Bilanz gezogen wird, dann kann der Foto-Club Koblenz stolz darauf sein, daß er der älteste Verein der organisierten Amateurfotografie in Koblenz ist, zu den mitgliederstärksten Fotoclubs im Deutschen Verband für Fotografie (DVF) zählt und außerdem sich seit Jahrzehnten in der Spitzengruppe der Vereine im Land Hessen/Rheinland-Pfalz behaupten kann. Was 1956 mit 7 Mitgliedern begann, wuchs in 5 Jahrzehnten zu einem Club von 32 mehr oder weniger aktiven Mitgliedern an. Neben einem regen Clubleben, einer regelmäßigen Beteiligung an Wettbewerben des DVF, den Kontakten zu ausländischen Clubs, kann der Verein seinen Mitgliedern ein Clubheim mit einer Dunkelkammer und einer Fotobibliothek auch einen Arbeitsplatz für die digitale Bildbearbeitung anbieten. Auch nach 50 Jahren steht immer noch die Auseinandersetzung mit dem Bild, dem Foto, im Vordergrund, das in einem halben Jahrhundert viele Veränderungen in Technik und Auffassung erfahren hat. Den Wandel sichtbar zu machen, ist eine Aufgabe der Jubiläumsausstellung, die am 7. Juli 2006 im Haus Metternich eröffnet wird.
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- Gründerzeit - In der Nachkriegszeit waren die Fotokurse der VHS ein Sammelbecken für alle Anhänger dieser „Volkskunst“. Auch die Gründungsmitglieder des Foto-Clubs besuchten den Kurs der Fotoarbeitsgemeinschaft, der ab 1952 von Albrecht Klauer-Simonis geleitet wurde und der 40 Jahre als Katalysator für ambitionierte Fotoamateure wirkte. Sie wollten aber nicht nur über Kunst und Fotografie reden, sondern auch an Wettbewerben teilnehmen. Sie organisierten bereits 1952 - als Fotoarbeitsgemeinschaft der VHS Koblenz - eine Landesfotoschau für den Gau Rheinland. Einige Mitglieder wollten aber unabhängig von der VHS werden und so beschlossen 1956 Fritz Ganzhübner, Helmut Haupt, Heinrich Hoffmann, Franz Kröber, Hans-Walter Rech, Hans Scholl und Heinrich Wolf die Fotoarbeitsgemeinschaft Koblenz im VDAV. Zu ihrem 1. Vorsitzenden wählten sie Heinrich Wolf, der dieses Amt bis 1982 bekleidete. Zwei Gründer nehmen heute noch aktiv am Clubleben teil, und zwar Fritz Ganzhübner und Heinrich Hoffmann. Sie verkörpern die Kontinuität im Verein und die Treue seiner Stamm-Mitglieder. | ||
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- Mitgliederentwicklung - Der Foto-Club Koblenz ist allmählich gewachsen. 1966 zählte er erst 9 Mitglieder, nach 20 Jahren hatte er sich auf 18 verdoppelt, 1986 waren es 23, 10 Jahre später 26 Mitglieder und im Jubiläumsjahr sind es 32 Mitglieder, von denen 30 dem DVF angehören. Mit dieser Zahl gehört der Club zu den mitgliederstärksten im gesamten Verband, weil jedes neue Mitglied gleichzeitig beim DVF angemeldet wird. Während in den ersten Jahrzehnten neue Mitglieder überwiegend aus den Fotokursen der VHS gewonnen werden konnten, weil der Fotoclub auch seit 1968 die Leiter der Fotokurse stellt, wird das Internet mit unserer Homepage www.foto-club-koblenz.de |
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- Clubleben - Das Vereinsleben spielte sich anfangs noch im familiären Rahmen der Gründungsmitglieder ab, dann in Cafés und Gaststätten, so im Leseverein und im Haus der Begegnung, bis wir erst 1987 Clubräume im historischen Gebäude „Unterm Stern 6“, direkt am Moselufer gelegen, anmieten konnten. Hier hatten wir erstmals die Möglichkeit, eine Dunkelkammer einzurichten und unsere Projektionsutensilien zu lagern. Der Versammlungsraum war 22 qm groß und konnte gleichzeitig als Galerie genutzt werden. Wegen Eigenbedarf wurde uns 1994 gekündigt und wir standen wieder auf der Straße. Im Oktober 1995 bezogen wir in einem Nebengebäude der Königsbacher Brauerei wieder einen - allerdings kleineren - Clubraum beziehen, der aber auch die Einrichtung einer Dunkelkammer zuließ. Später spendete uns ein Mitglied die Ausrüstung eines digitalen Arbeitsplatzes mit einem 21er Monitor und Drucker. | ||
- Annahmen, Urkunden und Medaillen - Ganz im Sinne der Gründungsväter beteiligte sich der Foto-Club Koblenz erfolgreich an den Wettbewerben auf den verschiedenen Ebenen. Gleich im Gründungsjahr 1956 gelang mit Fotos von Helmut Haupt, Hans-Walter Rech und Heinrich Wolf der Einstieg bei der Bundesfotoschau in Ludwigshafen. Seitdem waren viele Koblenzer Autoren auf Bundesveranstaltungen vertreten. Dafür wurde 1965 Heinrich Wolf, Ludwig Langner 1971 und 1977 und Gerd Ochmanski 1974 und 1980 die Goldene Leistungsmedaille verliehen. Ab 1978 werden für Erfolge auf Bundesebene Retina-Punkte vergeben. Die Mitglieder fuhren seitdem insgesamt 81 Punkte ein. Unangefochten steht Gerd F. Ochmanski mit 31 Punkten an der Spitze. Er gehörte lange zu den „top ten“ der besten deutschen Fotografen und behauptet sich im Landesverband stets unter den fünf besten. Herbert Kohtes erhielt 2005 die bronzene Retina und Rüdiger Spangenberg steht kurz vor dieser Auszeichnung. 1991 belegte der Foto-Club auf der BuFo in Siegen den 7. Platz in der deutschen Clubmeisterschaft, während 2001 bei der BuFo in Karlsruhe mit acht Fotos die höchste Zahl der Annahmen erreicht wurde. Auf Bundesfotoschauen war der Verein fast immer vertreten, bei Diaschauen dagegen eher seltener.
Im Land Hessen/Rheinland-Pfalz pendelt der Club zwischen Platz 1 und Platz 6. Nicht wiederholbar ist das Ergebnis der Landesfotoschau von 1981, wo mit 49 Annahmen, 3 Medaillen und 4 Urkunden von 18 Autoren mehr als ein Fünftel aller ausgestellten Fotos vom Foto-Club Koblenz stammten, der gleichzeitig auch Veranstalter war. Zweite Plätze wurden 1988 (ebenfalls in Koblenz), 1992 in Fulda sowie 1999 in Worms und 2001 in Frankfurt sogar bei einer Landesdiaschau erreicht. Das Abschneiden bei Landesfotoschauen übersteigt aber im allgemeinen stets das Ergebnis von Landesdiaschauen. Insgesamt sammelten 22 Mitglieder zusammen 373 Irispunkte. Auch bei dieser Wertung hält Gerd F. Ochmanski die Spitzenstellung mit 73 Punkten. Die goldene Iris wurde ihm 2001 verliehen. Auf den Plätzen folgen Herbert Kohtes mit 47 und Ludwig M. Langner mit 40 Punkten, denen 2003 bzw. 2005 die silberne Iris verliehen wurde. Außerdem sind die Mitglieder Rüdiger Spangenberg, Manfred Perneg und Dieter Beier im Besitz der bronzenen Iris.International hat sich der Club bzw. seine Mitglieder - bis auf eine Ausnahme - ganz selten beteiligt. Diese Ausnahme trägt den Namen Gerd F. Ochmanski, der den Clubnamen in der Statistik der internationalen Erfolge des VDAV/DVF allein sehr erfolgreich vertrat. Der Lohn seiner Anstrengungen waren Auszeichnungen in Form von Urkunden, Medaillen und Ehrenpreise sowie die Ehrentitel AFIAP (1976), EFIAP (1980) und PSA*** (1986). | ||
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- Ausstellungen - Zu den Höhepunkten im Vereinsleben zählen Planung und Durchführung von Ausstellungen, besonders dann, wenn sie nicht nur als Clubausstellung, sondern als Bezirks- oder Landesausstellungen veranstaltet werden. In jedem Jahrzehnt hat der Foto-Club Koblenz eine Landesschau durchgeführt, die erste 1962 im Kurfürstlichen Schloß. Vorher tauften die Mitglieder noch den Namen in Foto-Club Koblenz um, ohne sich allerdings als rechtsfähigen Verein eintragen zu lassen. 1981 fand die nächste Landesfotoschau im Haus Metternich, einer Ausstellungsstätte, die bis dahin nur von den Künstlern der AKM genutzt wurde. 1988 wurde mit dem Löhr-Center erstmalig ein Einkaufszentrum gewählt, wo während der Ausstellungsdauer über 100000 Besucher die Bilder sehen konnten. 1993 und 2005 organisierte der Foto-Club die Landesdiaschau jeweils im Verbund mit dem CCF und dem PSV Koblenz, einmal im Bundesarchiv und dann im Soldatenheim. Zwei Bezirksausstellungen wurden 1976 und 1984 in der Dresdner Bank veranstaltet.
Reine Clubausstellungen fanden nur sporadisch statt, weil es hier schwierig ist, Ausstellungsräume zu finden. Die originellste Idee hatten 1958 die Gründerväter, als sie für zwei Tage in den Rheinanlagen ihre Fotos an der Wäscheleine aufhingen. 1966 gedachte der Club in einer Ausstellung seines 10jährigen Bestehens und 1975 gab es eine Ausstellung im Mittelrhein-Museum zum 25jährigen Bestehen der Fotoarbeitsgemeinschaft in der VHS bzw. im VDAV. 1987 widmete der Verein einem Gebäude eine Ausstellung, nämlich dem Hochhaus der Debeka, in deren Foyer die Ausstellung stattfand. Im Nachgang zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Koblenz wurde 1993 eine Ausstellung in der Sparda-Bank unter das Thema „Koblenz 2001“ gestellt. |
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- Partnerschaften - Die Geschichte des Foto-Club wäre unvollständig ohne die Darstellung der Foto-Partnerschaften überwiegend zu Fotovereinen aus den Partnerstädten der Stadt Koblenz. Die Idee der Völkerverständigung sollte nicht nur auf der Verwaltungsebene bleiben, sondern in der Bevölkerung verankert werden. Dabei wurde der FC auch angesprochen, weil die Fotografie als Bildersprache keiner Übersetzung bedarf und international verständlich ist.
Die seit Jahren intensivste Partnerschaft besteht zur Norwich & District Photographic Society, die 1986 von unserem Mitglied Diether Wettlaufer angeknüpft wurde. Die NDPS wurde 1903 gegründet und hat fast 100 Mitglieder. Am Anfang stand eine „slide-battle“, dann Ausstellungen 1988 und 1989 in Koblenz. Seit 1988 beteiligt sich der FC regelmäßig an der Jahresausstellung der NDPS im Castle bzw. in der Kathedrale. Gegenseitige Besuche vertieften auch die oft persönlichen Bindungen, die auch zur Ernennung von Alan und Alison Taylor zu unseren Ehrenmitgliedern führte. Die Übergabe der Urkunden erfolgte zum 100jährigen Bestehen anläßlich der Centenary-Ausstellung im Herbst 2003. Ein aktueller Höhepunkt war die Ausstellung der NDPS in der Florinskirche, die der Foto-Club Koblenz unter dem Titel „100 Jahre - 100 Fotos“ organisierte, wozu auch eine neunköpfige Delegation zur Eröffnung nach Koblenz reiste.
Der letzte geknüpfte Kontakt besteht zum Fotoverein in Nete en AA, der durch die persönliche Bekanntschaft unseres Mitgliedes Raimar Nelsen-Königer zustande kam. Neben einem gegenseitigen Austausch von Bildermappen, erfolgten persönliche Besuche in Nete (bei Antwerpen) und Koblenz, aber es kam noch zu keiner Ausstellungsbeteiligung. | ||
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- Ämter und Berufungen - Mitglieder des Foto-Club Koblenz waren von Anfang an bereit, auch im Verband Verantwortung zu übernehmen und Ämter zu bekleiden. Bereits 1958 wurde Heinrich Hoffman zum Bezirksleiter Mittelrhein gewählt, ein Amt, das er bis 1963 wahrnahm. Nach einigen Jahren der Vakanz wurde Eckhard W. Schaust als junges Verbandsmitglied vom damaligen 1. LVV Walter Klein „entdeckt“ und anschließend berufen. Er leitet mit viel Engagement und organisatorischem Geschick den Bezirk ohne Unterbrechung seit 1978, womit er sicherlich der Dienstälteste im gesamten Verband sein dürfte. |
![]() BL Hoffmann bei einer Bildbesprechung |
- Jubiläumsausstellung -
Ludwig M. Langner
1. Vorsitzender